HAMBURG (2010 FIBA U17 World Championship) – Deutschland brachte als erste Mannschaft Zählbares auf die Anzeigetafel, als Jakob Krumbeck gegen die lange Garde Polens einen Korbleger verwandelte (2:0, 2. Minute). Es folgte ein paar Angriffe ohne erfolgreichen Abschluss, doch der europäische Nachbar konnte in dieser Zeit nicht sonderlich davon ziehen. Die Truppe von Frank Menz verteidigte auf hohem Niveau und fand durch einen Mitteldistanzwurf von Bogdan Radosavljevic den Anschluss (4:6, 5. Minute). Von dort an beherrschte Polen jedoch das Geschehen. Drei Dunkings in Folge ließen die Differenz schnell in den zweistelligen Bereich anwachsen, Krumbeck und Co. fanden zunächst kein Mittel, um gegen die starke gegnerische Verteidigung zu punkten (6:20, 10. Minute).
Es dauerte exakt vier Minuten, ehe die deutsche U17-Auswahl im zweiten Viertel einen Korb erzielen konnte – einen Dreier durch Besnik Bekteshi (9:24). Sowohl der WM-Gastgeber, wie auch die polnische Mannschaft, hatte zu diesem Zeitpunkt auf Zonen-Verteidigung umgestellt. Während Bekteshi und Co. nach dem Distanztreffer allerdings wieder auf Manndeckung wechselten, blieben die Youngster von Headcoach Jery Szambelan bei der Ball-Raum-Variante. Erst weitere vier Minuten nach dem Bekteshi-Dreier konnte sich Radosavljevic in der Zone durchsetzen und die nächsten Zähler verbuchen – der offensive Bann schien gebrochen, denn nur einen Angriff später streute Krumbeck einen weiteren Treffer von jenseits der 6,25m-Linie ein (14:26, 19. Minute). Den Schlusspunkt jedoch setzten die Polen in einem überaus hartumkämpften zweiten Viertel (14:30, 20. Minute)
Deutschland erwischte den eindeutig besseren Start in die zweite Hälfte des Spiel: Radosavljevic vollstreckte einen schönen Hakenwurf mit Brett, Bekteshi ließ seinen bis dahin zweiten Dreier folgen. Ehe Polen nach drei Minuten den ersten Feldkorb traf, hatte die Menz-Truppe bereits auf 22:30 verkürzt, um dann völlig unerklärlich offensiv aus dem Rhythmus zu geraten. Karnowski und Co. machten sich zu einem 22:0-Run auf, der erst von der Viertelsirene unterbrochen werden konnte (22:52, 30. Minute).
Die deutsche Flaute endete erst, als Johannes Richter sich in der Zone durchtankte, wofür er von den Zuschauern in der Sporthalle Hamburg aufmunternden Applaus erntete (24:54, 32. Minute). Es blieb dabei: Der Gastgeber schaffte es nicht, ein geeignetes Mittel gegen die polnische Verteidigung zu finden und geriet weiter ins Hintertreffen.
Trotz der letztlich herben 33:79-Niederlage hat die Deutsche U17-Nationalmannschaft weiterhin alle Chance, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren.
Stimmen zum Spiel:
Frank Menz (Trainer Deutschland): „Gratulation an eine sehr, sehr gute polnische Mannschaft. Sie werden diese Gruppe für sich entscheiden. Wir haben immer noch unsere Chance, das Viertelfinale zu erreichen. Die Polen haben heute wie Männer gespielt, wir nicht.“
Tomasz Niedbalski (Co-Trainer Polen): „Das war für uns eine Schlüsselbegegnung, um es in die nächste Runde zu schaffen. Wir haben eine deutsche Mannschaft gespielt, die sehr gut auf dieses Turnier vorbereitet ist.“