HAMBURG (2010 FIBA U17 World Championship) – Um 22:56 Uhr ließ sich Guy Molloy auf den Boden fallen, atmete schwer pumpend, nach Fassung ringend, ungläubig, während seine Spieler in einer großen Traube über ihren Helden Owen Odigie herfielen – der hatte Australien gerade mit seinem Jumper in letzter Sekunde ins Viertelfinale geschossen. Gewinnen und weiterkommen, verlieren und um die Plätze neun bis zwölf spielen, so einfach war die Ausgangslage für Spanien und Australien.
Spanien hatte zur Halbzeit noch 34:25 geführt, wurde in der zweiten Hälfte konditionell aber immer schwächer. Australiens Aufbau Daniel Hill trieb sein Team nach vorn, welches kurz darauf die Führung übernahm und scheinbar uneinholbar davonzog (56:64, 37. Minute). Doch weit gefehlt, denn Jaime Fernandez wollte sich nicht geschlagen geben und glich die Partie kurz darauf zum 66:66 aus. Dann kam Odigie, verschaffte sich mit zwei Dribblings vom rechten Flügel kommend über die Mitte etwas Platz, stieg hoch, nahm Maß, drückte ab, traf … und feierte!
Stimmen zum Spiel:
Diego Ocampo (Trainer Spanien): „Wir haben ein ordentliches ersten Viertel gespielt. Aber zum Schluss waren wir zu gestresst, was uns dann auch das Spiel gekostet hat.“
Guy Molloy (Trainer Australien): „Spanien war taktisch sehr gut eingestellt und war uns lange überlegen. Aber unsere Jungs haben gut gereboundet und mit viel Herz gegen ein starkes Defensiv-team gespielt.“