HAMBURG (2010 FIBA U17 World Championship) – Die ersten fünf Minuten brauchten beide Mannschaften, um ihren Rhythmus zu finden und ein Gefühl für das Spiel zu bekommen. Dabei verließen sich sowohl Deutschland als auch Australien auf ihre solide Verteidigung, die es dem jeweiligen Gegner nicht erlaubte, ohne großen Aufwand davon zu ziehen (7:5, 5. Minute). Der amtierende Ozeanienmeister fand zuerst ein offensives Konzept, was es der deutschen Auswahl für den Rest des ersten Viertels nicht einfacher machte, da sie defensiv umstellen musste (17:11, 10. Minute).
Fabian Bleck eröffnete den zweiten Durchgang mit einem Dreipunkt-Spiel, wodurch die Adlerträger Hoffnung schöpften (17:14, 12. Minute). Vieles blieb allerdings Stückwert, diverse Ballverluste und abgeschenkte Rebounds taten ihr Übriges dazu. Fast vier Minuten dauerte es, ehe Jakob Krumbeck mit ablaufender 24-Sekunden-Uhr einen Sprungwurf verwandelte (22:16, 16. Minute). Australien antwortete kurz darauf mit einem Dreier durch Mitchell Norton (27:17) und war erstmals zweistellig weg, ehe Krumbeck abermals – diesmal von jenseits der 6,25m-Linie – abdrückte und damit das Publikum wieder ins Spiel brachte (27:20, 17. Minute). Insgesamt aber war es die physische Gangart der Australien, die bis zur Pause dominierte und das deutsche Team zunehmend ins Hintertreffen geraten ließ (35:20, 20. Minute).
Die erhoffte Aufholjagd bleib zunächst aus. Deutschland war den starken Youngstern aus „Down Under“ in fast jeder Hinsicht unterlagen. Selbst die von Trainer Frank Menz installierte Zonenverteidigung griff nicht richtig (42:22, 24. Minute). Erst als die Ball-Raum-Deckung vorverlagert und zur Presse wurden, strauchelten die Australier. Mit viel Herz und Leidenschaft konnte so bis zur Viertelpause ein Teil des großen Rückstandes abgetragen werden (48:36, 30. Minute).
Endlich glaubten die Menz-Jungs selber an die Wende. Frisch aus der kurzen Erholungspause kommend gaben sorgten sie mit der Ganzfeldpresse für defensive Stopps, vorne griff sich Krumbeck ein Herz und versenkte einen Jumper, bei dem er leider noch mit dem Fuß auf der Dreierlinie stand (48:38, 33. Minute). Als Radosavljevic im nächsten Angriff durch die Zone schnitt, passend bedient wurde und versenkte, stand die Halle endgültig Kopf (48:40, 34. Minute). Auf australischer Seite war es Daniel Hill, der den Lauf des WM-Gastgebers stoppte: Der Aufbau zog furchtlos in die Zone und verwandelte am Brett und ließ einen Dreier mit Ablauf der 24 Sekunden-Uhr folgen (55:41, 37. Minute). Spiel gelaufen? Mitnichten, denn Besnik Bekteshi und Malik Müller hatten noch eine Sendung von „Downtown“ zuzustellen (57:50, 38. Minute). Den nächsten australischen Angriff beendet Krumbeck jäh durch einen abgefangenen Pass und vollstreckte am anderen Ende des Feldes trotz Foul – der Bonusfreiwurf fand sicher sein Ziel (57:53). Aussie-Forward Owen Odigie traf nur einen von zwei Freiwürfen, Radosavljevic tippte seinen zuvor selbst verlegten Ball rein (58:55). Deutschland musste foulen und sandte Jarrod Fryar an die Linie, der sich schadlos hielt (60:55). Bei knapp fünf Sekunden verbleibender Restspielzeit netzte Malik Müller einen Dreier ein (60:58), ehe Australiens Bester, Adrian Hill, mit zwei weiteren Freiwurf-Treffern den Endstand herstellte.